[English version below]

Endlich angekommen am eigentlichen Ziel unserer Reise! Auf dem Weg hatten wir ja schon so einiges an Bonsai bewundern können, dies sollte in den nächsten drei Tagen aber noch mehr werden. Vor allem aber sind wir nicht nur zum Gucken sondern auch zum Arbeiten und Lernen gekommen. Mauro lebt quasi an den südlichen Ausläufern der Dolomiten, ca. 2h Fahrt von Brixen. Man fährt entspannt durch viele Täler umgeben von herrlichen Panoramen.

In Feltre angekommen, wurden wir herzlich begrüßt. Joe (USA) und Walter (Italien), die die nächsten Tage mit uns verbringen sollten, waren bereits da. Wir fuhren dann zur eigentlichen Unterkunft, ca. 15 Minuten entfernt von Mauros Haus. Abends wurde italienisch gekocht, Mauros Freundin und seine Mutter sorgten für das leibliche Wohl, die Stimmung war prächtig und wir lernten unsere ersten italienischen Worte!

Am Samstag ging es dann nach Marostica in den Garden Verde und das Italienische Bonsai Museum. Dort sollte den ganzen Tag gearbeitet werden. Mauro hatte extra dafür ein paar seiner Schüler angefragt, die vorbeikamen und halfen und so wurde ordentlich gedrahtet, geschnippelt, gestellt und diskutiert.

Wir arbeiteten an unseren mitgebrachten Bäumen. René an seinem Wacholder und Rudi an einer Mädchenkiefer.

Der Wacholder von René war ein Rohling, den er in den letzten 3 Jahren vorbereitet hat. Dieser sollte nun gestaltet werden. Zuerst war hier drahten angesagt. Im Anschluss daran nahm sich Mauro gemeinsam mit René den Baum vor und gestalteten diesen bis zum Abend. Die Fotos zeigen sehr schön, wie der Baum sich durch die Gestaltung entwickelt hat.

Die Mädchenkiefer ist ein Japanimport und sah recht ungepflegt aus. Da hieß es ausputzen, drahten und im Anschluss gestalten. Wir machten uns zuerst ans ausputzen, alte Nadeln weg, störende Äste wegschneiden und im Anschluss drahten. Das zog sich dann auch ganz schön, da wirklich alles bis zum kleinsten Ast durchgedrahtet wurde. Die Finalisierung musste daher auf den nächsten Tag verschoben werden, ihr seht das Ergebnis somit erst im nächsten Beitrag.

Neben uns arbeitete Walter an einem Baum und ein paar andere Schüler ebenfalls an Bäumen aus dem Museum oder an eigenen Bäumen. Insgesamt war die Stimmung top, jeder hatte Lust auf Bonsai und arbeitete intensiv. Mauro wechselte zwischen den Bäumen und half, wo es nötig war oder zeigte Fehler auf und achtete penibel auf richtiges Drahten!

Zwischendurch schauten wir uns im Bonsai Museum um, auch da steht eine Sammlung an wirklich herausragenden Bäumen. Allesamt super gepflegt, sehr reif und weit in der Entwicklung. Der Verkaufsbereich ist nicht riesig, aber man konnte auch da einige interessante Bäume und einiges an Rohmaterial sehen.

Der erste Tag ging dann auch relativ spät zu Ende, abends gab es dann in der Herberge leckeres italienisches Essen zubereitet von Mauros Mutter und einem Freund. So saßen wir noch einige Zeit draußen locker bei Wein, Bier und Whisky beisammen und die Wortfetzen wechselten von italienisch zu englisch zu deutsch zu spanisch. Es wurde viel gelacht und getrunken. So macht Bonsai-Lernen Spaß! 😉

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Finally we arrived at our destination! On our tour until now we had already enjoyed many great trees, but for the next three days it would get more intense, since we didn’t come to just have a look, we came to work and learn! Mauro lives in the southern part of the Dolomites, a 2 hour trip from Brixen. The drive there is very beautiful through many valleys surrounded by a great scenic mountain view.

Arriving in Feltre we had a warm welcome. Joe (USA) and Walter (Italy), who joined us for the next three days, were already there. Together we drove to the actual bed & breakfast around 15 minutes from Mauro’s home. In the evening Mauro’s girlfriend and his mother cooked typical Italian food for all of us. The atmosphere was great and we started to learn some Italian. 😉

On Saturday we went to Marostica to the Garden Verde and the Italian Bonsai Museum, where we worked all day. Mauro asked some of his students to help and support us. Therefore, the whole group heavily wired, cut, designed and discussed.

We worked on our trees, that we brought with us – René on his Juniper and Rudi on a Pinus Parviflora.

The Juniper was raw material / yamadori, that Rene prepared and laid the ground work for the past 3 years. This tree was now meant to be designed by him and Mauro. First – of course – wire was needed. Afterwards Mauro and René designed the tree and finished it until the evening. The pictures give a pretty good impression how the tree has evolved.

The Pinus Parviflora Joe and I worked on was an import from Japan and had grown out of proportion. Therefore we had to clean it – remove old needles and unnecessary branches – and wire it completely. That took a while since we were both not the fastest wire-monkeys and Mauro took a close look on the quality of wiring. The design of this tree had to wait one more day, you will see it in the next article.

Next to us, Walter was working on a tree and some students were also working on trees of their own or on trees of the museum. The atmosphere was great. All of the guys were focused on bonsai. Mauro switched between trees, helped here and there, pointed out mistakes and especially watched our wiring!

In between work we used short breaks to have a look at the Italian Bonsai Museum. The collection there is pretty impressive, all trees are very well taken care of and very well developed! The sales area is not that big but you can still find some interesting trees and raw material.

The first day ended pretty late. In the evening an amazing dinner was waiting for us at the bed & breakfast. It was cooked by Mauro’s mother and a friend of hers. We sat outside for a long time and enjoyed the food and drinks and talked a lot – the words changed between Italian to English to German to Spanish. Good thing we brought some whisky with us, so we had something to give back for the great food we got! That’s what makes Bonsai fun!